Die Erntemenge im Getreidebau war 2024 rückläufig. Beim Winterweizen fiel die Ernte deutlich geringer aus, als angesichts der Flächenentwicklung zu erwarten gewesen wäre. Bei den Sommerkulturen wurde die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr erheblich ausgeweitet. Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen haben viele Landwirte im Herbst 2023 mit einem Wechsel in der Fruchtfolge von Wintergetreide auf Sommerungen reagiert.
Die Erntemengen im Obstbau waren 2024 über alle Kulturen hinweg ebenfalls rückläufig. Besonders stark sind die Erntemengen bei Äpfeln und Pflaumen / Zwetschen eingebrochen. Ungünstige Witterungsverhältnisse haben vor allem in Südostdeutschland zu erheblichen Ernteausfällen geführt.
Auch im Spargel- und Erdbeerbau hat sich der Negativtrend fortgesetzt. Sowohl die Anbaufläche als auch die Erntemenge blieben 2024 erneut hinter dem Vorjahresniveau zurück. Eine rückläufige Nachfrage bei gleichzeitig hohen Produktionskosten haben hier zu einer Reduktion der Anbauflächen geführt.
Die Gewinne der pflanzenbaulichen Betriebe haben sich im Wirtschaftsjahr 2022/23 je nach Betriebsschwerpunkt unterschiedlich entwickelt. Während Acker- und Gartenbaubetriebe ihre Gewinne steigern konnten, mussten der Obst- und Weinbau teils deutliche Verluste hinnehmen. Die Einkaufspreise für landwirtschaftliche Betriebsmittel sind 2024 weiter gesunken. Eine Ausnahme stellen die Preise für Pflanzenschutzmittel dar. Sie sind vor allem im Obst- und Weinbau ein bedeutender Kostenposten.
Während die EU-Taxonomie des europäischen „Green Deals“ bereits für viele Branchen gilt, gibt es für die Landwirtschaft noch keinen einheitlichen Definitionsrahmen, der landwirtschaftliches Handeln als nachhaltig definiert. Manche Finanzinstitute haben daher eigene Fragen entworfen, um die Nachhaltigkeit eines Betriebes einzuschätzen. Künftig dürfte der CO2-Fußabdruck ein wichtiges Prüfkriterium in der Landwirtschaft werden.
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