Zuletzt verfügbare Daten aus dem Jahr 2022 zeigen, dass die wirtschaftliche Situation der Arztpraxen vor allem durch deutlich gestiegene Praxiskosten bestimmt wird. Die Erlössteigerungen konnten mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten, sodass sich die Rentabilität der Praxen verminderte. In der Folge beurteilten die Ärzte 2023 ihre wirtschaftliche Situation sehr negativ. Besser, aber immer noch auf relativ niedrigem Niveau fiel die Beurteilung im dritten Quartal 2024 aus.
Steigende Kosten und dazu der Personalmangel in den Praxen sind auch ein primäres Thema in den Zahnarztpraxen. Sie prägen deshalb wesentlich die negative Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Relativ positiv ist hingegen die Erlössituation. Die gesetzlichen Kassen gaben im ersten Halbjahr 2024 deutlich mehr aus als 2023. Besonders gewachsen sind dabei die Ausgaben für Zahnersatz. Hinzu kommen oftmals steigende Umsätze aus Privatzahlungen.
Die Zahnlabore konnten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 2024 moderate Umsatzzuwächse erzielen, sodass im Gesamtjahr ebenfalls mit einem Umsatzplus zu rechnen ist. Auch die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Zahnersatz sind vergleichsweise stark gestiegen. Wesentlich für die Zahnlaborumsätze sind auch die Vergütungserhöhungen für zahntechnische Leistungen, die für 2024 und 2025 relativ deutlich angehoben wurden.
Für 2024 zeichnet sich im Bereich der Physiotherapie erneut ein kräftiges Erlöswachstum ab. Nach vorläufigen Zahlen gab die GKV für physiotherapeutische Leistungen in der ersten Jahreshälfte 2024 knapp 10% mehr aus als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die positive Entwicklung in den Praxen kommt auch im Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit zum Ausdruck. Die meisten der befragten Praxisinhaber bezeichneten im dritten Quartal 2024 ihre wirtschaftliche Lage als gut oder zufriedenstellend.
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