Angesichts der Überlagerung von strukturellen Problemen und konjunktureller Flaute und daraus resultierenden Anpassungserfordernissen ist der Beratungsbedarf der Wirtschaft immens. Zwar legten die Branchenumsätze 2023 abermals kräftig zu und auch in den ersten fünf Monaten 2024 fiel die Umsatzbilanz positiv aus; allerdings flachte die Dynamik nach dem umsatzstarken Jahr 2022 ab. Die angespannte Wirtschaftslage und Sparzwänge bei vielen Kunden hinterlassen auch in der Consultingbranche ihre Spuren. In der Unternehmensberatung fielen die Geschäftserwartungen nur noch verhalten aus.
Trotz bremsender Faktoren dürften die Branchenumsätze zum Jahresende 2024 in allen Sparten zumindest leicht im Plus liegen. Vor allem in der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung floriert das Geschäft. Da anzunehmen ist, dass der strukturelle Anpassungsprozess andauern wird und die konjunkturellen Hemmnisse sich nur allmählich auflösen, dürften auch Restrukturierungsberatungen sehr gefragt sein. Handlungsdruck besteht zudem bei Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsthemen. Der Transformationsbedarf dürfte den Beratungsmarkt über 2024 hinaus antreiben.
Die Ertragslage sollte sich 2024 auf gutem Niveau halten lassen. Allerdings verringert die wirtschaftliche Krise die Spielräume der Unternehmen, ihre Preise anzuheben. Mit Aussicht auf eine positive Umsatzentwicklung dürften auch 2025 gute Erträge realisierbar sein.
Unternehmensberatungen nutzen die Flaute, um ihr Portfolio zu schärfen. Eine Befragung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater zeigt, dass vor allem in Technologie und IT investiert wird sowie in Leistungsangebot und Kundenbeziehung. Große Beratungen stellen sich zusätzlich auch bei ESG-Themen (Environment, Social, Governance) besser auf.
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