Das Geschäftsklima im stationären Elektrofachhandel war im Jahresverlauf 2024 unterkühlt. Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage blieben 2024 im negativen Bereich. Die Geschäftserwartungen zeigten sich unverändert pessimistisch. Insgesamt wurde im ersten Halbjahr 2024 ein Umsatzrückgang verzeichnet. Auch die Wettbewerbssituation hat sich im Elektrofachhandel aufgrund wachsender Dominanz von E-Commerce-Plattformen weiter verschärft.
Die konjunkturelle Lage wird von den fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstituten im Herbst 2024 weiterhin als schwierig beurteilt. Der private Konsum konnte die Wirtschaft im ersten Halbjahr 2024 zwar noch stützen, die erhoffte Belebung aber blieb aus. Die Sparquote hat sich erhöht und liegt im Herbst 2024 über ihrem langfristigen Niveau. Grund zur Zuversicht liefert lediglich der Rückgang der Inflation. 2024 dürfte der Einzelhandel mit Elektrotechnik ein Umsatzminus verzeichnen. Für das Jahr 2025 erscheint zum Prognosezeitpunkt eine Stagnation wahrscheinlich.
Angesichts kräftiger Kostensteigerungen und rückläufiger Umsätze dürfte die Ertragslage im Elektrofachhandel 2024 und 2025 überwiegend angespannt ausfallen. Zwar haben die Unternehmen die Beschäftigung weiter abgebaut, die Tarifverhandlungen im Einzelhandel haben allerdings zu Lohnerhöhungen geführt und die Einsparungen durch den Beschäftigungsabbau wieder aufgezehrt. Eine zunehmende Anzahl von Händlern berichtet über Finanzierungsschwierigkeiten.
Die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt im Einzelhandel zunehmend an Bedeutung, insbesondere im für den Elektrofachhandel wichtigen E-Commerce. Laut einer Umfrage des ifo Instituts vom Juni 2024 nutzen bereits 21,2% der Einzelhändler aktiv KI, 14% planen die Implementierung. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Vor allem in den Branchensegmenten Unterhaltungselektronik, Elektrogeräte, Smart Home und Telekommunikation kommt KI bereits zum Einsatz.
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