Die Verunsicherung über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, aber auch Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz führten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2024 dazu, dass die privaten Haushalte einen unerwartet großen Teil ihres Einkommens auf die hohe Kante legten. Dies bekamen auch Teile des Einzelhandels „Mode und Drogerie“ zu spüren, vor allem aber der Einzelhandel mit Bekleidung und der mit Schuhen und Lederwaren. Robust entwickelte sich dagegen die Nachfrage nach kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln.
Der Umsatzentwicklung bis zum Jahresende 2024 sehen die Unternehmen der Branchen mehrheitlich sorgenvoll entgegen. Im Jahresschnitt dürften die Branchenumsätze 2024 das Niveau des Vorjahres erreichen, wenngleich mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Sparten. Trotz der sich aufhellenden Konsumstimmung dürften die Umsätze 2025 im Branchenschnitt nur moderat zunehmen.
Im Jahr 2024 blieb die Kostenbelastung für die Unternehmen hoch. So erhöhten sich die Personalkosten durch die Anhebung des Mindestlohnes (Januar 2024) und die aktuellen Tarifabschlüsse. Hinzu kamen steigende Kosten für Transport und Logistik aufgrund der deutlichen Erhöhung der Lkw-Maut im Dezember 2023 und deren Ausweitung auf kleinere Transportfahrzeuge im Juli 2024. Insgesamt dürfte die Ertragslage im Branchenschnitt 2024 angespannt geblieben sein. Daran dürfte sich auch 2025 nichts Grundlegendes ändern.
Laut dem Online-Monitor des Handelsverbandes Deutschland (HDE) entfielen 2023 fast 42% des Marktvolumens für „Fashion und Accessoires“ auf den Online-Handel. Das ist mehr als in allen anderen Produktkategorien. Stationäre Einzelhändler erwirtschafteten rund 11% ihrer Umsätze online (2019: 7,5%). Sorgen bereiten dem Modehandel Branchen-Rating außereuropäische Anbieter und Plattformen wie Shein und Temu.
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