Im Jahr 2024 bremste wie schon 2023 das schwache gesamtwirtschaftliche Umfeld die konjunkturelle Entwicklung im Großhandel. Allerdings entwickelten sich die einzelnen Teilbranchen sehr unterschiedlich: Während die Umsätze im Produktionsverbindungshandel spürbar nachgaben, erzielte der Konsumtionsverbindungshandel ein Umsatzplus. Diese heterogene Entwicklung setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2025 fort. Im zweiten Halbjahr dürfte die Umsatzentwicklung nur wenig an Dynamik gewinnen. Im Jahresschnitt könnten die Großhandelsumsätze das Vorjahresniveau leicht überschreiten.
Im Jahr 2026 sollte die Umsatzentwicklung im Zuge der erwarteten gesamtwirtschaftlichen Belebung in beiden Teilbranchen und der einschlägigen Handelsvermittlung leicht an Schwung gewinnen. Die privaten Konsumausgaben dürften weiter leicht wachsen und damit auch die Umsätze im Konsumtionsverbindungshandel stützen. Mit der erwarteten allmählichen Ausweitung der Industrieproduktion und zunehmenden Bauinvestitionen ist voraussichtlich ein steigendes Auftragsvolumens im Produktionsverbindungshandel verbunden.
Im Produktionsverbindungshandel ist 2025 mit einer angespannten Ertragslage zu rechnen. Im Konsumtionsverbindungshandel sowie der Handelsvermittlung kann sie bestenfalls als knapp zufriedenstellend bezeichnet werden. Unter der Voraussetzung, dass sich 2026 die Umsätze im Produktionsverbindungshandel wieder beleben, könnte sich die Ertragslage in dieser Teilbranche und damit auch im Branchenschnitt leicht entspannen und wieder ein knapp zufriedenstellendes Niveau erreichen.
Immer mehr Großhändler setzen auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Nach den Ergebnissen der ifo Konjunkturumfrage vom Mai 2025 nutzen derzeit 31,9% der befragten Unternehmen KI in ihren Arbeitsabläufen und Unternehmensprozessen. Ein Jahr zuvor waren es nur 22,6%. KI kommt im Großhandel vor allem zum Einsatz, um Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu senken.