Automobilindustrie

Auf einen Blick

Die nominalen Umsätze der deutschen Autoindustrie sind im ersten Halbjahr 2025 wieder leicht gestiegen. Dies lässt sich maßgeblich auf ein deutlich anziehendes Auslandsgeschäft innerhalb Europas zurückführen. Bei den Herstellern von Kraftwagen und bei den Karosserieherstellern hat auch das Inlandsgeschäft wieder leicht zugelegt. Die Zulieferer von Teilen und Zubehör konnten den seit 2023 zu beobachtenden Abwärtstrend der nominalen Umsätze im ersten Halbjahr 2025 stoppen.

In der Autoindustrie füllten sich die Auftragsbücher im ersten Halbjahr 2025 wieder etwas. Damit stieg der ifo Geschäftsklimaindex der Branche im Juli und August deutlich. Er verharrt jedoch im langfristigen Vergleich auf einem sehr niedrigen Niveau und ist im September wieder merklich gefallen. Für 2025 lässt sich daher nur mit moderaten Umsatzzuwächsen rechnen. Beruhigend könnte sich im weiteren Verlauf 2025 und 2026 die steigende Verteidigungsnachfrage auswirken.

Die Gewinne in der Autoindustrie stehen durch Digitalisierung, Transformation, intensiven Wettbewerb sowie hohe Kosten durch Lieferkettenprobleme und Energiepreissteigerungen unter Druck. Dass die Ertragslage dennoch bis 2023 nicht wesentlich sank, deutet darauf hin, dass die Unternehmen die hohen Kosten teils auf die Kunden überwälzen konnten. Für 2025 lassen sich angesichts der moderaten Umsatzentwicklung keine deutlich höheren Gewinne erwarten. 2026 könnte sich die Ertragslage stabilisieren.

Die Bundesregierung will der kriselnden Autoindustrie eventuell mehr Flexibilität beim Verbrenner-Aus einräumen. So sollen etwa Plug-in-Hybride auch nach 2035 noch neu zugelassen werden dürfen. Dabei scheint die Elektromobilität in Deutschland bereits Fuß gefasst zu haben – und das trotz nur geringer staatlicher Förderung. Zudem scheinen Käufer reine (batteriebetriebene) Elektrofahrzeuge gegenüber Plug-in-Hybriden zu bevorzugen.

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