Im Jahr 2025 hat sich das Geschäftsklima in der chemisch-pharmazeutischen Industrie weiter abgekühlt. Die Umsatzentwicklung bei Chemie- und Pharmawaren gestaltete sich insgesamt sehr uneinheitlich. So erzielte die pharmazeutische Industrie 2025 zwar ein Umsatzplus, ein großer Teil dieses Zuwachses ist jedoch auf Vorzieheffekte infolge angekündigter US-Zölle zurückzuführen. Insgesamt stellt sich die Konjunkturlage in der chemisch-pharmazeutischen Industrie im ersten Quartal 2026 als angespannt dar.
Im ersten Quartal 2026 mehrten sich die Anzeichen für eine leichte konjunkturelle Belebung in Deutschland. Darauf deuten sowohl die etwas aufgehellten Erwartungen in der Industrie hin als auch die allmählich steigende Kapazitätsauslastung in der Gesamtwirtschaft. Die chemische Industrie dürfte von zusätzlichen Impulsen durch das sogenannte Sondervermögen profitieren. Ein erheblicher Unsicherheitsfaktor für beide Teilbranchen ist allerdings die geopolitische Lage im Nahen Osten.
Laut ifo-Umfragen bewerten sowohl Pharma- als auch Chemieunternehmen ihre aktuelle Ertragssituation als „angespannt“. Besonders stark belasten die deutlich gestiegenen Personalkosten die Erträge. Für das Jahr 2026 deuten sich zwar erste positive Impulse auf der Umsatzseite an, eine Erholung der Ertragslage ist jedoch nicht in gleichem Tempo zu erwarten.
Die chemische Industrie steht unter erheblichem Druck, belastbare ESG-Daten rund um „Environmental, Social, Governance“ bereitzustellen. Der regulatorische Rahmen hat sich zuletzt allerdings etwas verschoben: Vordergründig ist nicht mehr die fortlaufende Ausweitung der Pflichten, sondern deren Vereinfachung und bessere Umsetzbarkeit, wobei die praktische Umsetzung für Industrieunternehmen höchst anspruchsvoll bleibt.