Das nominale Umsatzwachstum des Ernährungshandwerks kam in den ersten drei Quartalen 2024 zum Erliegen. Angesichts der nachlassenden Inflationsdynamik bei Nahrungsmitteln dürfte sich hinter der schwachen nominalen Umsatzentwicklung mitunter auch ein realer Absatzrückgang verbergen. 2025 ist mit einer weiterhin ausgeprägten Kaufzurückhaltung zu rechnen. Dem Ernährungshandwerk dürften dadurch weitere positive Umsatzimpulse fehlen, sodass insgesamt von einer stagnierenden bis leicht negativen Umsatzentwicklung auszugehen ist.
Die Unternehmen des Ernährungshandwerks waren 2024 insgesamt optimistisch gestimmt und bewerteten ihre Geschäftslage mehrheitlich positiv. Im Vergleich zu 2023 zeigte sich jedoch keine Aufwärtsdynamik. Angesichts der stockenden Konjunktur hat sich das Investitionsklima im Ernährungshandwerk als weitgehend robust erwiesen.
Nachdem das Fleischerhandwerk im ersten Quartal 2024 noch ein kleines nominales Umsatzplus erwirtschaften konnte, rutschte die Sparte in den beiden Folgequartalen ins Minus. Die Umsätze der Handwerksbäcker und -konditoren entwickelten sich hingegen vergleichsweise robust.
Die Brauwirtschaft war 2024 erneut mit einem rückläufigen Bierkonsum im Inland konfrontiert. Hinzu kamen die anhaltend hohen Produktionskosten. Ein zunehmend wichtiges Standbein für die handwerkliche Brauwirtschaft ist das alkoholfreie Bier. Dessen Produktion hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt.
Während das Betriebsergebnis der Fleischer 2023 stabil blieb, konnten die Konditoren und Bäcker eine leichte Verbesserung erzielen. 2024 dürften das gestiegene Lohnniveau und der verschärfte Personalmangel die Personalkosten im Ernährungshandwerk erhöht haben. Die geringe Umsatzdynamik dürfte sich 2025 weiterhin negativ auf das Betriebsergebnis des Ernährungshandwerks auswirken.
Zurück zur Übersicht