Im ersten Halbjahr 2025 hat sich das Geschäftsklima in der Gummi- und Kunststoffwarenherstellung spürbar verbessert. Sowohl die Urteile zur aktuellen Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen wurden im Jahresverlauf kontinuierlich nach oben revidiert. Während die Ergebnisse aus den Unternehmensbefragungen erste Signale für eine mögliche Trendwende liefern, deuten amtliche Konjunkturindikatoren für die ersten fünf Monate 2025 darauf hin, dass die konjunkturelle Schwächephase noch nicht vollständig überwunden ist.
Laut aktueller ifo Konjunkturprognose vom Juni 2025 hat sich die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland leicht aufgehellt. Bereits zum Jahresbeginn trug der private Konsum zur konjunkturellen Stabilisierung bei. Daneben könnten sich für die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren künftig auch Konjunkturimpulse aus dem Infrastruktur- Fonds der Bundesregierung ergeben. Für das laufende Jahr 2025 ist dennoch mit einem moderaten Umsatzrückgang zu rechnen. Perspektivisch eröffnen sich jedoch ab 2026 Chancen für Umsatzsteigerungen.
Während die Unternehmen der Gummiwarenherstellung ihre Erträge bislang mehrheitlich noch als ausreichend einstufen, hat sich die Einschätzung der Ertragslage bei den Kunststoffwarenherstellern im ersten Halbjahr 2025 weiter verschlechtert. Da die Konjunkturaussichten für das laufende Jahr weiterhin verhalten bleiben, ist kurzfristig kaum mit einer Entlastung zu rechnen. Etwas günstiger fällt die Ertragsperspektive für 2026 aus.
Die Gummi- und Kunststoffverarbeiter stehen zunehmend unter Druck, ihre ESG-Praktiken (Environmental, Social and Governance) zu verbessern. Für die Hersteller der Gummi- und Kunststoffwarenbranche ergibt sich aus der wachsenden ESG-Regulierung eine komplexe Belastungslage. Eine enge Einbindung der Industrie in die Weiterentwicklung von ESG-Standards ist essenziell, um branchenspezifische Besonderheiten angemessen zu berücksichtigen.